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"Der unangenehme Geruch des brennenden Phosphors, das leichte Verderben desselben durch den Gebrauch, und die Gefahr, welche wegen seiner leichten Entzündlichkeit und seines heftigen Brennens immer mit dem Gebrauch des Phosphors verbunden ist, hemmten indessen eine allgemeine Verbreitung dieser neuen Feuerzeuge, so daß man sie mehr als Kunstsache als wegen ihres Nutzens schätzte."
G. Wagenmann, 1810

 

"Doch hat man bey den Phosphorfeuerzeugen die Unbequemlichkeit, daß sie bald feucht werden, und dann nur langsam zünden; auch riechen sie so übel"
Repertorium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesamten Naturkunde, 1811

 

 

Phosphorfeuerzeuge

Georg Christoph Lichtenberg schlug vor, die fragilen Glasröhrchen zu ersetzen und die Phosphor-Schwefel-Mischung, die mit etwas Öl als Bindemittel flüssig gehalten wurde, in einem Glasfläschchen aufzubewahren. Er war der Ansicht, dass man diese Fläschchen in einem mit Stoff gefütterten Blechkästchen gefahrlos mit sich herumtragen könne. 

Zum Feueranzünden musste ein schmaler Papierstreifen in die Flasche gesteckt werden, der sich beim Herausziehen entzündete. Bei diesen Fläschchen mit der Phosphor-Schwefel-Mischung kam es jedoch gelegentlich vor, dass sich der gesamte Inhalt entzündete. Lichtenberg nannte sie "Höllische Riech-Fläschchen" und verschickte sie falsch deklariert, "damit die Post-Bedienten nicht optisieren, daß etwas drinnen ist, was die gantze wertheste Gesellschaft könte auffliegen lassen." 

Im Jahre 1809 erhielt ein gewisser Derepas in Paris ein Patent auf "briquets phosphoriques", bei denen Phosphor und Magnesium zu einer festen Masse zusammengeschmolzen waren und in einer luftdichten Flasche aufbewahrt wurden. In diese Fläschchen wurden Holzstäbchen getaucht, an deren Spitze sich etwas Schwefel befand und die nach dem Herausziehen entflammten.

In dieser Form wurden die "phosphorischen Feuerzeuge", "briquets phosphoriques" oder "phosphorus bottles" in den 1820er Jahren als Taschenfeuerzeuge in den Straßen aller europäischen Städte verkauft. Sie waren entweder aus Metall - üblicherweise Blei - hergestellt oder bestanden aus einem Fläschchen mit Phosphormischung nebst den zugehörigen Schwefelhölzern in einem kleinen Holzetui. Aber bereits Anfang der 1830er waren "dieselben fast außer Gebrauch gekommen", bis sie zu Beginn der 1850er Jahre "beinahe ganz in Vergessenheit gerathen" waren.

Der französische Apotheker Ch. Derosne verwendet 1816 ein Gemisch, dass weniger Phosphor enthielt. In ein mit Sand gefülltes Glasrohr wurde ein Stück Phosphor gegeben, erhitzt und dadurch zu rotem Phosphor umgewandelt. Daher entzünden sich Hölzchen nicht nach dem Kontakt mit der Phosphormasse. Man musste den Schwefelkopf, an dem etwas Phosphor haften geblieben war, erst an einer rauen Fläche reiben, bevor die Entzündung erfolgte.

Von diesem Feuerzeug war es nur noch ein kleiner Schritt zu den eigentlichen Phosphorzündhölzchen. 1825 versuchte J.T. Cooper in London, Zündhölzer herzustellen, die in ihrem Kopf Phosphor und Schwefel vereinigten, indem er gewöhnliche Schwefelhölzer mit Phosphor überzog. Sie wurden durch Reiben an einer rauen Fläche entzündet, mussten jedoch unter Luftabschluss aufbewahrt werden, da sie sich sonst zersetzten. Sie wurden praktisch nicht erprobt und gerieten in Vergessenheit. 

 


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