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Mittelalter
Neuzeit
Damenrasierer
Ladyshave
 

»Denn man trifft auch im Gesichte und an den Brüsten der zartesten Frauenzimmer Haare an, nur sind solche kurz und zart; werden sie aber länger und stärker als gewöhnlich, so macht es ein übles Aussehen.«
K. A. Zwierlein, 1789

 

»Werden die Haare aber an ungewöhnlichen Stellen, z.B. an den Armen, dem Nacken, den Oberlippen etc. des weiblichen Geschlechts größer und dichter und wohl gar dunkel, so verursachen sie ein mißfälliges Aussehen.«
Wilhelm Cohnstein, 1833

 

»Um das leichte und unmerkliche Milchhaar wegzubringen, welches zuweilen die Haut des schönen Geschlechts bedeckt, eilte der Gott der Coketterie in die Werkstätte der Glasmacher, wie ehemals der Sohn der Venus in die Schmiede des Vulkan, und ließ gewisse Glasflaschen, die man gemeiniglich Rasierflaschen zu nennen pflegt, blasen. Ihr Glas kann, seiner außerordentlichen Feinheit wegen, mit der Scheere geschnitten werden, und diese abgeschnittenen Stückchen vertreten heut zu Tage die Stelle einer schneidenden Sichel, vor welche die auf der Hautoberfläche der Schönen sich zeigenden Milchhaare fallen, und auf diese Weise weggenommen werden. Vielleicht ertödtet und vertilgt wohl gar dieses feine Glas, gleichsam durch das Reiben, das Milchhaar in der Wurzel, welches unter der scharfen Klinge des Scheermessers nur desto geschwinder und stärker herauf wachsen würde.«
Krünitz Enzyklopädie (1788), Bd. 20, S. 514.

 

 

Neuzeit

Zwischen dem 16. und dem ausgehenden 18. Jahrhundert spielte die Haarentfernung bei Frauen eine untergeordnete Rolle, obwohl die frühen gedruckten Kosmetikratgeber stets eine Sammlung von Haarentfernungsmitteln enthielten. Lediglich einzelne Haare im Gesicht und an den Brüsten wurden entfernt.

Um solch »überflüssiges Haar fortzuschaffen« wurden von Frauen aller gesellschaftlichen Schichten vornehmlich chemische Depilationsmittel benutzt: das bekannte Ätzmittel aus Kalk und Auripigment oder mit Salzgeist bestrichenes Löschpapier. Seltener wurden erwärmt auf die Haut gelegte Pech- oder Kolophonium-Pflaster verwendet, da man glaubte, dass das Ausziehen der Haare ihr Wachstum beschleunige.

Im ausgehenden 18. Jahrhundert gehörten Arme und Handrücken noch nicht zu den Körperteilen, deren Behaarung es zu beseitigen galt. Zu dieser Zeit wurde nur empfohlen, einen eventuell vorhandenen Damenbart zu entfernen. Dies änderte sich Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich - beeinflusst vom französischen Empire - eine antikisierende Frauenmode aus leichten, oft durchsichtigen Stoffen mit kurzen Ärmeln durchsetzte. Die vorherrschende Farbe war weiß und manche Damen schminkten sich ebenso, um das bleiche Erscheinungsbild zu vervollständigen. Man orientierte sich dabei an antiken Statuen, wobei der Haarwuchs auf den Armen als störend empfunden wurde. 

Er wurde vorwiegend mit sogenannten Rasierflaschen entfernt, sehr dünn geblasenen Glasrollen. »Rasirflaschen sind so dünn geblasene Glasflaschen, dass sie mit einer Schere zerschnitten werden können. Mit einem solchen abgeschnittenen Stücke kann man sich die Haare wegrasiren. Man hat die Rasirflaschen zur Vertilgung der Milchhaare im Gesicht, auf den Armen und Händen empfohlen.«

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann sich eine Kosmetikindustrie zu entwickeln. Damit gelangten auch industriell hergestellte Depilatorien auf den Markt. 


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