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Mittelalter
Neuzeit
Damenrasierer
Ladyshave
 

»Die jetzige Gesellschaftskleidung und das Freibadeleben lassen ferner die Achselbehaarung als lästig empfinden.«
Hans Balzli, 1932

 

»Unter den mechanischen Mitteln zur Haarentfernung ist das beliebteste das Rasieren, das sehr häufig wiederholt werden muß und dann zu einer bläulichen Verfärbung der Haut führt.«
E. Eitner, 1930

 

»Das moderne weibliche Schönheitsideal wird vor allem durch den Film geprägt. Die amerikanische Filmschauspielerin repräsentiert ein Schönheitsideal, dem sie selbst jenseits des Atlantiks zum Siege verholfen hat und das heute in einem großen Teil der Welt gilt.«
Elisabeth Schuler, 1949

 

»Ein sehr häufiger Schönheitsfehler ist zu starke Behaarung. Früher einmal wurde ein solcher Zustand eigentlich nur dann als störend empfunden, wenn im Gesicht oder an der Brust und Armen unerwünschter Haarwuchs bestand. Heute, der Mode entsprechend, ist man auch bestrebt, die ja besonders häufige starke Haarentwicklung an den Beinen zu beseitigen.«
A. Hartwich, 1930

 

 

 

Damenrasierer

Bereits in den 1870er Jahren gab es in aristokratischen oder großbürgerlichen Kreisen schulterfreie oder nur mit einem breiten Träger versehene Ballkleider ohne Ärmel, bei denen »man den Rand der Achselhöhle oder gar durchdieselbe unter dem Arme wegsehen kann, wie man es häufig bei Concertsängerinnen aber auch Gesellschaftsdamen findet.« 

Danach begann man, nun ebenfalls die Achselhöhle zu enthaaren. Während des Ersten Weltkrieges gab es Kleider ohne Ärmel jetzt auch in der Abendgarderobe bürgerlicher Kreise. Zwar blieben ärmellose Kleider weiterhin der Tanz- oder Ausgehgarderobe vorbehalten, wurden allerdings von breiteren Bevölkerungskreisen getragen. Nun begann sich insbesondere in den Vereinigten Staaten die Rasur der Achseln zu verbreiten.

Der erste Naßrasierapparat für Frauen wurde im Jahre 1915 unter dem Namen »Milady Decollete« von Gillette produziert. Er war zunächst für die Rasur unter den Armen gedacht. Gillette hatte die Idee eines Damenrasierers nicht selbst entwickelt, sondern entschloss sich erst nach einigem Zögern zur Aufnahme der Produktion, nachdem sich Anfragen aus amerikanischen Badeorten häuften. Ärmellose Sommerkleider und Badeanzüge erzeugten eine entsprechende Nachfrage. Die Rasur der Achseln war demnach bereits vor dem Ersten Weltkrieg zwar nicht allgemein üblich, aber immerhin so weit verbreitet, dass sich daraus eine nennenswerte Nachfrage nach entsprechenden Apparaten entwickelte.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden zahlreiche »Damenrasierer« angeboten, die sich kaum von den für Männern üblichen Apparaten unterschieden. Manchmal fielen die Rasierer einfach nur kleiner aus. Die Bezeichnung »Rasierapparat« wurde allerdings oft vermieden.

Ab den 1920er Jahren hatte das Beispiel amerikanischer Filmschauspielerinnen besondere Bedeutung für die Ausbreitung der Achselrasur in Deutschland. Der Einfluss insbesondere der amerikanischen Filme auf das Modeverhalten in den zwanziger und dreißiger Jahren kann kaum unterschätzt werden.  Die Nachahmung bestimmter Filmschauspielerinnen in Kleidung und Frisur war unter jungen Frauen weit verbreitet, und auch deren enthaarte Achseln wurden von den Zuschauerinnen kopiert. 

Während des Ersten Weltkrieges wurden die bis dahin bodenlangen Röcke kürzer, zu Beginn der zwanziger Jahre waren sie knielang. Damit wurden die Frauenbeine zum ersten Mal in der Geschichte der Mode enthüllt. Strümpfe waren vor dem Ersten Weltkrieg fast ausschließlich schwarz, aus Wolle oder Baumwolle hergestellt und dementsprechend undurchsichtig. 

Erst 1921/22 gab es zunächst beige, dann fleischfarbene Strümpfe aus Viskose - Kunstseide oder Rayon genannt. Sie gewannen im Verlauf der 1920er Jahre ein gewisses Maß an Durchsichtigkeit. Erst danach begannen die Frauen, auch die Haare an den Beinen zu beseitigen, um zu verhindern, »daß unzählige Haare durch die Strümpfe hindurchstechen und aller Welt auffallen.« Zu Beginn der dreißiger Jahre hatte sich die Rasur der Frauenbeine auch in Deutschland allgemein durchgesetzt.

Um 1928 kamen linienschmale, hochgezogene Brauen in Mode, wie sie auch Marlene Dietrich trug. Oft konnte dieses Ideal nur dadurch erreicht werden, dass die natürliche Braue ausrasiert oder weggezupft und dann die Braue mit einem Augenbrauenstift nachgezogen wurde. Das völlige Ausrasieren wurde nach dem Krieg aufgegeben. »Der Feldzug gegen die Augenbrauen ist beendet«, stellte ein Kosmetik-Brevier 1956 fest, »Rasieren der Brauen gehört zu den verbotenen Barbareien.«


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